Ausschuss Beschwerde und Schlichtung

Psychologische Psychotherapeut:innen (PP), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen (KJP) sowie die zukünftigen Fachpsychotherapeut:innen unterliegen als Angehörige eines freien Berufes einer eigenen Berufsordnung. In dieser sind die Regeln der Berufsausübung festgelegt. Für die Überwachung der Erfüllung dieser Regeln ist die jeweilige Landespsychotherapeutenkammer zuständig.
Der Ausschuss Beschwerde und Schlichtung übernimmt die Bearbeitung von Beschwerden, die gegen Kammerangehörige eingehen. In diesem Ausschuss arbeiten von der Delegiertenversamm-lung gewählte Vertreter:innen der unterschiedlichen Berufsgruppen und Therapieverfahren zusammen. Bei der Bearbeitung der Beschwerden werden immer wieder auch grundlegende ethische und berufsrechtliche Fragen vor dem Hintergrund der jeweiligen Verfahren und Fachgebiete diskutiert.
Die psychodynamischen Verfahren verstehen die therapeutische Beziehung als ein wechselseitiges Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehen, in dem sich aus der Dynamik des Unbewussten Regressionen entwickeln, die alle am therapeutischen Prozess Beteiligten erfassen. Die Aufgabe von Psychoanalytiker:innen und Psychotherapeut:innen ist es, vor diesem Hintergrund den Rahmen der Behandlung verlässlich und sicher herzustellen und zu schützen. Das Abstinenzgebot muss auch über die Beendigung der analytischen oder psychotherapeutischen Arbeitsbeziehung hinaus gesichert werden. Aus diesen Gründen ist in den psychodynamischen Verfahren ein strengeres Abstinenzgebot notwendig, als es in der Berufsordnung der Landespsychotherapeutenkammer Hessen gefordert wird. Die Besonderheiten der psychodynamischen Arbeitsweise und der entsprechenden Bedingun-gen und Voraussetzungen gilt es in der Arbeit des Beschwerdeausschusses immer wieder zu erklären und zu vertreten.
Die Bearbeitung von Beschwerden, die im Berufsfeld der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie angesiedelt sind, ist besonders komplex. Hier müssen die besonderen Konstellationen und Positionen der Beteiligten sorgfältigst berücksichtigt werden.
